Home
Über mich
Natural Hoof Care
Wildpferdhuf
Die Trachten
Darum Natural
Ernährungsberatung
Sure Danzig
Fotogalerie (1)
Fotogalerie (2)
Reha-Protokoll 1
Reha-Protokoll 2
Leistungen
Kontakt
Impressum
Datenschutz
Sitemap

Das edelste und nützlichste Haustier ist das Pferd. Sein Wert hängt zum großen Teil von der Beschaffenheit der Gliedmaßen und der Hufe ab.

aus: Görte - Scheibner: Leitfaden des Hufbeschlages, 8. Auflage, Verlag von M. & H. Schaper, Hannover, 1936

 

 

Leitbild Natural Hoof Care

 
 
Durch NHC erfolgt die Hufbearbeitung nach dem Vorbild der Natur, in Anlehnung an die Form von Wildpferdhufen, wie sie unter natürlichen Lebensbedingungen und natürlichem Abrieb aufgrund der Wanderungen von Weidegrund zu Weidegrund über die verschiedensten Böden aussehen. Dieser natürliche Huf ist das Leitbild: hart, unempfindlich, mit gerundeten Kanten, möglichst ohne ausgebrochene Stellen oder Hornspalten: der Huf als Hochleistungsorgan.
 

 

 

Natürliche Hufpflege und Zehenwinkel

Ich habe lange überlegt, ob ich statt „deformierte Hufe“ als Überschrift in der Galerie „vernachlässigte Hufe“ verwenden soll. Ich habe mich dagegen entschieden, da „vernachlässigt“ irdendwie einen Beigeschmack von Absicht hat. Ganz häufig ist es jedoch so, daß Pferdebesitzern überhaupt nicht bewußt ist, was die Folge von mangelnder oder unregelmäßiger Hufpflege ist.

Der erste und gut sichtbare Beweis sind natürlich Hornspalten und ausgebrochene Stellen. Dies kann mit fachkundiger Hufbearbeitung in relativ kurzer Zeit behoben werden. Was man jedoch nicht sieht, sind die Folgen mangelnder Hufpflege im Innern des Hufs.

Nachfolgend schematisch ein Schnitt durch den Huf. Der letzte Knochen der Zehe ist das Hufbein, das in seiner Form dem Hornschuh entspricht. Das Hufbein bildet mit dem darüberliegenden Kronbein und dem dahinterliegenden Strahlbein das Hufgelenk. An der Unterseite des Hufbeins haftet die Tiefe Beugesehne an; sie zieht sich an der Rückseite der Zehe über das Fesselgelenk und dann über das Strahlbein, wo sie über einen Schleimbeutel gleitet. Das Strahlbein, der Schleimbeutel und die Tiefe Beugesehne bilden zusammen die sog. „Hufrolle“.

Wenn nun durch fehlende Hufpflege bzw. mangelhafte Bearbeitung die Zehe übermäßig lang wird, so wird der Abrollpunkt (also der Punkt, der in dem Moment noch am Boden ist, wenn der hinterste Teil der Trachten schon wieder den Boden verläßt) ungünstig nach vorn verlagert. Die Tiefe Beugesehne ist am stärksten im Moment des Abstoßens / Abfußens vom Boden belastet. Ist die Zehe zu lang, so erhöht sich die Belastung der Hufrolle (= „Sehnenumlenkrolle“) immens; die Tiefe Beugesehne wird strammer über den Schleimbeutel, der das eigentliche Sehnen-Gleitlager ist, gezogen. Dabei wird der gesamte Hufrollenapparat überlastet; die Folge ist im schlimmsten Fall die sog. Hufrollenentzündung, auch Hufrollensyndrom oder Strahlbeinlahmheit genannt.

Dummerweise bemerkt man den Schaden für gewöhnlich erst, wenn es schon zu spät ist, sprich wenn das Pferd „klamm“ läuft, langsam läuft, immer wieder lahmt, wobei die Lahmheit oft nicht einem Bein eindeutig zugeordnet werden kann, und im Stand immer wieder ein Bein nach vorn stellt, um zu entlasten. Im fortgeschrittenen Stadium hat das Pferd so starke Schmerzen im hinteren Teil des Hufs, daß es nicht mit den Trachten zuerst auf den Boden auftritt, sondern mit der Zehe, um den schmerzenden rückwärtigen Teil des Hufs zu schonen. Diese Zehenfußung ist vom Bewegungsablauf her gegenläufig zu der natürlichen Laufbewegung und somit zur natürlichen Gelenkbelastung; in der Folge wird die Hufrolle immer weiter strapaziert.

Durch die korrekte Hufbearbeitung kann hier eine deutliche Entlastung für die Hufrolle geschaffen werden. Der Abrollpunkt wird durch das Kürzen der Zehe wieder optimiert. Nachfolgend Bilder, die den Unterschied vor und nach der Bearbeitung deutlich machen.

 

 

 

   

 

 

 

 

Oben: ca. 13jährige PRE-Stute. Das linke Bild zeigt den linken Vorderhuf vor der Bearbeitung, das rechte Bild danach. Der Unterschied in der Zehenlänge ist gut sichtbar. Beim Vorführen wußte das Pferd vor der Bearbeitung nicht recht, wie es laufen sollte – faktisch lief es mit allen vier Beinen unterschiedlich. Nach der Bearbeitung trabte es klar und gleichmäßig über den Hof. Welch eine Erleichterung für das Mädchen!

 

Noch ein Beispiel: dieser Hengst bekam lange nicht mehr die Hufe  getrimmt, weil er so ungebärig ist.  Nun mußte aber dringend etwas unternommen werden:

 

 

 

 

So sah der linke Vorderhuf vor der Beabeitung aus. Ich habe schematisch mit blau die Lage des Hufbeins eingezeichnet. Die Weiße Linie ist deutlich gezerrt, dies ist gut beim Blick auf die Sohle sichtbar. Die  beiden keilförmig verlaufenden roten Striche  symbolisieren diese Zerrung. Der Huf weist einen deutlichen  "Schnabel" auf;  das Pferd muß beim Laufen mühsam über die viel zu lange Zehe abrollen, oder besser: abkippen.

 

 

 

So sieht derselbe Huf nach der Bearbeitung aus. Die Zerrung im Bereich der Lederhaut und der Weißen Linie ist wieder mit roten  Strichen  dargestellt; der wichtige Unterschied ist jedoch, daß die Zehe nun so stark mit einer Mustang Roll berundet wurde, daß der tatsächliche  Abrollpunkt  nun dort liegt, wo die Weiße Linie bei einem gesunden Huf läge. Das Pferd kann nun deutlich besser und leichter abrollen - eine Erleichterung  für alle Sehnen, Bänder und Gelenke!

Nichts desto  trotz bleibt hier noch viel zu tun.

 

 Ein wichtiger Punkt darf jedoch nicht unerwähnt bleiben: man darf bei der Anlehnung an ein Leitbild nicht vergessen, dass Pferde individuelle Unterschiede aufweisen. Somit muß auch jede Hufbearbeitung auf die individuellen Eigenschaften wie Gliedmaßenstellung, Hufstellung und Hufform Rücksicht nehmen. Ich informiere Sie gerne in einem persönlichen Gespräch darüber.