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Das Barfußgehen ist für die Gesunderhaltung der Beine und Hufe von großer Bedeutung.

aus: Görte - Scheibner: Leitfaden des Hufbeschlages, 8. Auflage, Verlag von M. & H. Schaper, Hannover, 1936

 

Reha-Protokoll#1: Islandpferd Skina

 

Hier möchte ich die Isländerstute Skina vorstellen. Das Pferd, 13 Jahre alt, hat eine jahrelange Lahmheits-Vergangenheit. Im Verdacht war lange Zeit ein nicht optimal passender Sattel, es folgten Monate des Reitens ohne Sattel, Besuche von verschiedenen Sattlern und die Suche nach dem richtigen Modell. Trotzdem lahmte das Pferd immer wieder einmal spontan mit der Vorhand und stolperte häufig.

 

Im Frühsommer 2009 folgte dann eine Leitungs-Anästhesie in der örtlichen Tierklinik zuächst eines Vorderbeins, um die schmerzende Stelle zu lokalisieren. Ergebnis: unspezifisch. 3 Monate Pause, nur Spaziergänge, etwas Schrittreiten. Die tierärztliche Nachkontrolle führte zu dem Ergebnis, daß keine Besserung eingetreten war.

 

Die nächste Maßnahme war die Überprüfung des Beschlags, und die Besitzerin entschied sich, zumindest für ein Vierteljahr probeweise die Eisen abnehmen zu lassen.

 

Beim Fototermin mit Eisenbeschlag zappelte Skina herum und wollte sich partout nicht mit parallelen Vorderbeinen hinstellen. Als ich dann nach der Eisenabnahme die Hufe betrachtet habe stellte sich die traurige Wahrheit heraus, daß sich Skina mit diesen Hufen schlichtweg nicht gerade hinstellen konnte.

 

   

Skina mit Beschlag, zappelig

 

Skina mit Beschlag, die Knicke in den Gelenken
sind mit einem roten Strich dargestellt

Bei beiden Vorderhufen war die laterale (äußere) Hufwand deutlich zu lang, während die mediale (innere) Hufwand durch die unphysiologische, zu hohe Belastung gestaucht und beim rechten Vorderhuf regelrecht kollabiert war. Die Fehlbelastung hat zudem die gesamte Hornkapsel deformiert.

 

 

   

nach Eisenabnahme: laterale Wand fast 1cm zu lang, mediale Wand kollabiert und kürzer als die Sohle!

 

nach 1. Trim: laterale Wand gekürzt, der gesamte mediale Tragrand ist unbearbeitet, da zu kurz

 

Da die zu lange Hufwand zudem papierdünn war, blieb mir nichts anderes übrig, als das Pferd radikal „geradezustellen“, was durch die plötzliche Andersbelastung der Gelenke, Sehnen und Bänder durchaus zu einer Verstärkung der Lahmheit hätte führen können. Zu unserer Begeisterung lief Skina jedoch ab dem ersten Tag besser als zuvor. Ab etwa 10 Tagen nach der Eisenabnahme hat die Besitzerin das Pferd mit Hufschuhen ganz normal im Gelände geritten; Reiten in der Halle und enge Wendungen oder Zirkel waren tabu. Skinas Laufverhalten wurde ständig besser. Zudem wurden die Hufe in kurzen Abständen – max. 4 Wochen – getrimmt.

 

   

nach 2. Trim

 

nach 3. Trim: fast gleichmäßig

Und nicht nur das Laufverhalten hat sich verändert, auch die krummen Beine wurden plötzlich gerader – die X-Beinigkeit wurde durch die schiefen Hufe verursacht. Machen Sie einen Selbstversuch: Stellen Sie die Füße mit etwa 20cm Abstand parallel auf den Boden, und dann kippen Sie die Füße auf die innere Kante, als wollten Sie die äußere Fußkante vom Boden abheben. Sie werden x-beinig stehen, und die Fehlhaltung wird Ihre Knie und Hüften schnell schmerzen lassen.

 

Mitte Oktober erreichte mich dann der begeisterte Anruf, daß Skina in allen vier Gangarten völlig entspannt, stolper- und lahmfrei beim Ausritt gewesen sei. Gute Chancen für ein Leben als Barhufpferd!

 

 

 

      

nach dem 1. Trim:

die Knicke in den Gelenken sind geringer

 

nach dem 2. Trim:

es fällt dem Pferd nicht mehr schwer, die Vorderbeine parallel zu stellen

 

nach dem 3. Trim:

fast kein Knick mehr in den Vorderfußwurzelgelenken, der rechte Vorderhuf noch leicht nach außen gestellt

 

 

 

Stand Januar 2010

Skina ist gesundgeschrieben.

 

unten, Juli 2010: nach knapp einem Jahr barhuf ist Skina schön schotterfest geworden. Die Besitzerin reitet mittlerweile nur noch recht selten mit Hufschuhen.

 

   

Vorderhufe

 

rechter Vorderhuf

 

   

linker Vorderhuf: daß Skina etwas unglücklich auf einem Stein steht, macht ihr überhaupt nichts aus

 

linker Vorderhuf, Sohlenansicht: Strahl und Sohle sind schön hart, daher wird beim Trim auch alles Material möglichst geschont und auch das Zerfallshorn verbleibt als Schutzschicht in der Sohle